Aller Anfang 1: Die Schnapsidee

Kategorie Schläger

„Golf spielen? Ich? Eine Schnapsidee wie kaum eine andere.“ – Das waren die ersten Gedanken, als ich mich mit aktiven Golfern unterhalten habe. Die Situation war dabei gänzlich unsportlich, denn das Gespräch fand in den Räumen einer Zeitungsredaktion statt. Die Golfer waren Kollegen, die im Sommer nach Feierabend gern noch ein paar Löcher auf dem nahegelegenen Golfplatz spielten. Und als sie sich mal wieder darüber unterhielten, dass sie am nächsten Tag ihr „Besteck“ mitbringen würden, um am Abend einige Bälle zu schlagen, da stand ich zufällig dabei.  Ich spürte die Faszination, die dieser Sport auf die beiden wohl ausübte und fragte nach. Von Golf wusste ich nichts, kannte nur die üblichen Vorurteile. Und so erklärte sich auch meine ersten Gedanken, als die Kollegen mich fragten, ob ich nicht mitkommen und es einmal ausprobieren wolle.

Ich hielt und halte mich nach wie vor für unsportlich, hatte mal leidlich Tischtennis gespielt, wusste daher – und aus den Zeiten des Sportunterrichts an der Schule: Ich hab kein gutes Ballgefühl, weder mit den Füßen, noch mit den Händen oder einem Spielgerät kann ich vernünftig Bälle führen. Jetzt sollte ich das mit einem Schläger versuchen, dessen Schlagfläche eine halbe Körperlänge vom Griff entfernt ist? No way. Das wird nicht funktionieren. Doch die Kollegen ließen nicht locker. Es war, als wollten sie mich missionieren, rausholen aus dem tristen Leben ohne Golf in das Vergnügen, der kleinen weißen Kugel nachzulaufen.

Da ich die Kollegen sehr schätzte, dachte ich bei mir: „Irgendwas muss dieses Spiel doch haben, wenn diese beiden so davon schwärmen und ihrem nächsten Match auf dem Platz entgegenfiebern.“ Sie hatten es also geschafft, ich war interessiert. Mehr wollten sie an diesem Tag nicht erreichen. Ich stimmte zu, würde mitfahren, zuschauen und vielleicht auch selbst einmal mit einem Schläger nach einem Ball schlagen.

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