Eldrick „Tiger“ Woods

Wer über Profi-Golfer spricht, der kommt an Tiger Woods nicht vorbei. Der am 30. Dezember 1975 in Cypress, Kalifornien, geborene US-Amerikaner hatte bereits in jungen Jahren den Status einer echten Legende.

Mit bislang 15 gewonnenen Major-Turnieren und einem geschätzten Jahresverdienst von ca. 42,5 Millionen Dollar hat er sicherlich Sportgeschichte geschrieben. Er liegt in der Bestenliste auf Rang zwei hinter Jack Nicklaus und teilt sich mit Sam Snead den Rekord auf der PGA-Tour mit 82 Turniersiegen. Zudem führte er die Weltrangliste für 683 Wochen an.

Seine Karriere startete bereits in ganz jungen Jahren. Es wird berichtet, dass der kleine Eldrick bereits im zarten Alter von 6 Monaten die Golfschwünge seines Vaters nachahmte.

Erster TV-Auftritt mit knapp 2 Jahren

Dieser brachte seinen Sohn dann bereits mit knapp zwei Jahren ins Fernsehen, wo der Kleine unter Beweis stellte, dass er schon einen richtigen Golfschwung ausführen konnte. Zudem puttete er öffentlichkeitswirksam mit dem berühmten Komiker Bob Hope um die Wette.

Schon damals trug er den Spitznamen „Tiger“, den ihm sein Vater gab zu Ehren eines Freundes, der mit dem Vater in Vietnam gekämpft hatte, wie es heißt.

Im Alter von 13 Jahren hatte bereits jeder wichtige Fernsehsender in den Vereinigten Staaten über Woods berichtet und so den Grundstein zur Legendenbildung gelegt.

Zunächst zum Studium

Doch bevor er seine Golfkarriere als Pofi startete besuchte Woods zunächst die Western High School in Anaheim und studierte zwei Jahre lang Volkswirtschaftslehre an der Stanford University.

Zum Profi wurde Woods im Jahr 1996 und konnte schon damals durch seine vorherigen vielfältigen Sporterfolge als Amateur begünstigt die bis dato höchstdotierten Werbeverträge der Golfgeschichte unterzeichnen, unter anderem einen Vertrag über 40 Millionen US-Dollar mit Nike.

Schnelle erste Erfolge

Erste Erfolge ließen dann nicht lange auf sich warten und so wurde er im selben Jahr bereits von der Sports Illustrated als Sportler des Jahres sowie von der PGA-Tour als Rookie des Jahres ausgezeichnet.

Bereits im folgenden April gewann Woods mit dem Masters mit einem Rekord-Ergebnis von 18 unter Par (270 Schläge) und dem Rekord-Vorsprung von 12 Schlägen sein erstes Major-Turnier. Er war nicht nur der jüngste Masters-Sieger aller Zeiten, sondern zugleich der erste afroamerikanische Sieger.

Insgesamt hat er bei diesem Sieg 20 Turnierrekorde auf- sowie weitere sechs eingestellt. 1996 kamen drei weitere Siege hinzu und am 15. Juni 1997 wurde er, lediglich 42 Wochen nach dem Start seiner Profikarriere, erstmals Weltranglistenerster.




Was dann folgte, ist längst in die Annalen der Golf-Geschichte eingegangen: Mit dem Sieg des Memorial Tournaments im Juni 1999 begann eine Zeit der Dominanz, wie es sie zuvor im Golfsport wohl noch nie gegeben hatte. So beendete Woods die Saison mit vier Turniersiegen in Folge – darunter die PGA Championship – und insgesamt acht Siegen, dem besten Wert seit 1974.

Er dominierte unangefochten die nächsten Jahre, sammelte Rekorde wie Preisgelder und wurde zum absoluten Spitzenstar im Golfsport. Diese Position konnte er in den Jahren 2003 und `04 nicht mehr halten, auch wenn er nach wie vor Erfolge verzeichnete.

Letztlich folgte die Umstellung des Golfschwungs, die, inklusive Auswechslung des Schwungtrainers, für einen Wiederaufstieg sorgte, der bis 2009 andauern sollte, auch wenn das Jahr 2008 von einer verletzungsbedingten achtmonatigen Pause geprägt war.

Krisenjahre ab 2009

Ab 2009 wurde das Leben von Tiger Woods durch Krisen beeinträchtigt, zunächst privater, dann auch sportlicher Art. Es brach eine sieglose Zeit an, die der Tiger erst im Jahr 2012 beenden konnte. 2013 dann eroberte er sich den Spitzenplatz der Weltrangliste durch einen Sieg bei der Arnold Palmer Invitational gegen Rory McIllroy zurück.

Doch die übermächtige Dominanz früherer Jahre ist vorbei. In den Folgejahren gab es für Tiger Woods Höhen und Tiefen, Probleme und Verletzungen prägten diese Zeit. Erst 2018 ging es wieder bergauf. Woods erreichte seine erste Top 5- Platzierung seit 2013 und schließlich den zweiten Platz in einem Major-Turnier.

Sieg mit Rückstand vor der Schlussrunde

Am 14. April 2019 gewann er das Masters zum fünften Mal, es war sein 15. Major-Sieg und der erste Triumph seit 2008 bei einem der vier großen Turniere. Dabei gelang es ihm zum ersten Mal in seiner Karriere mit einem Rückstand vor der Schlussrunde ein Major-Turnier zu gewinnen.

Mit seinem Sieg bei der Zozo Championship in Japan holte er seinen 82. Erfolg auf der PGA Tour und stellte damit den 54 Jahre alten Rekord von Sam Snead ein.

Licht und Schatten

Doch wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten: Leider haben auch bei dem Tiger einige Krisen, die in die Öffentlichkeit getragen wurden, das Leben überschattet. Denn wer derart im Zentrum des Rampenlichtes steht, wie es bei Woods in seinen besten Sportlerjahren der Fall war, den nimmt die Presse bei negativen Nachrichten gern schonungslos auseinander.

Eine Ehekrise samt Scheidung wurde ebenso durch die Medien breitgetreten wie auch eine zeitweilige Liaison mit der Skirennsportlerin Lindsay Vonn und schließlich mehrere Autounfälle, die unterm Strich aber für Woods letztlich immer glimpflich ausgegangen sind. Zuletzt beispielsweise im Februar 2021, als er sich zwar schwere, aber nicht lebensbedrohliche Beinverletzungen zuzog.
Jack William Nicklaus