How to Golf 3: Schwungvoll im Detail

Wie der Golfschwung in der Theorie aussehen sollte, das habe ich im vorherigen Artikel der Reihe geschildert. Doch darüber hinaus gibt es beim Vorantreiben des Balles noch weitere Details zu beachten.

Generell ist die Schlagweite natürlich vom Schläger abhängig. Die größte Weite wird mit dem Driver erzielt. Das ist logisch, liegen dem doch physikalische Gesetze zugrunde. Der Driver hat den längsten Schaft von allen Schlägern. Dadurch entsteht beim Schwung auch die größte Geschwindigkeit des Schlägerkopfes, denn je größer der Radius, desto größer das Tempo.

Mehr Loft = höherer Ballflug

Es kommt allerdings noch eine Komponente hinzu: der Loft. Als Loft bezeichnet man den Winkel der Schlagfläche im Verhältnis zum Boden. Je näher dieser Winkel dem rechten Winkel zum Boden kommt, desto weiter fliegt der Ball. Je weiter sich die Schlagfläche vom rechten Winkel weg neigt, desto höher wird der Ball fliegen. Dabei verliert er bei gleicher Kraft natürlich wiederum an Weite.

Nehmen wir also zum Beispiel ein Wegde, von welcher Art zwei bis vier unterschiedliche Schläger im Bag sein können (Pitching Wedge, Gapwedge, Sandwedge oder Lobwedge), so wird der Ball im Flug eine hohe Parabel beschreiben und nach dem Auftreffen auf den Boden nur noch wenig rollen. Letzteres liegt daran, dass im Landemoment deutlich mehr Kraft zum Boden gerichtet ist als nach vorne.

Der Driver treibt den Ball voran

Beim Driver ist es umgekehrt. Der Ball wird – durch den geringen Winkel der Schlagfläche – hauptsächlich vorangetrieben und weniger nach oben. Natürlich soll er trotzdem im Flug zunächst etwas steigen, was unter anderem dadurch erzielt wird, dass der Ball in eine Aufwärtsbewegung des Schlägerkopfes getroffen werden soll. Bei den Eisen und Wegdes (die letztlich natürlich auch zu den Eisen gehören) ist das anders.

Um der Physik vollends die Ehre zu geben sei hier noch erwähnt, dass auch die Beschaffenheit des Balles selbst für etwas Auftrieb sorgt, sodass er – einigermaßen vernünftig getroffen – immer ein wenig steigen wird. Das liegt an den „Dellen“ eines Golfballes, den so genannten Dimples.

Doch ein Ball kann nicht nur in der Senkrechten eine Flugkurve absolvieren. Viele Hobbygolfer werden das kennen: Der Abschlag ist gemacht, der Ball startet. Doch plötzlich beginnt er in einer Kurve zu fliegen, weicht von der erwünschten Geraden ab und landet zu weit rechts oder links, jedenfalls nicht im anvisierten Bereich.




Verantwortlich dafür sind die Stellung der Schlagfläche im Treffmoment und die Schwungrichtung des Schlägers. Eine leicht offene (nach außen gedrehte) oder geschlossene (nach innen gedrehte) Schlagfläche im Treffmoment kann hier ebenso für Unheil sorgen, wie eine Schwungbahn, die leicht von innen oder außen zum Ball führt.

Viele Hobbygolfer kämpfen regelmäßig gegen einen Slice, bei dem der Ball gerade startet, dann aber zunehmend nach rechts wegdreht. In diesen Fällen wurde der Ball von außen kommend angespielt und mit offener Schlägerkopfstellung getroffen. Seltener ist der Hook, der für eine Abweichung von der gerade Flugbahn nach links sorgt.

Unbeherrschbare Fehlschläge

Das große Problem in beiden Fällen liegt in der Tatsache, dass sich weder Slice noch Hook normalerweise so beherrschen lassen, dass sie zielführend eingesetzt werden können. Dazu sind sie in der Ausführung durch den Golfer zu unwägbar.

Hier sei angemerkt, dass man sich, sollten diese Fehlschläge oft vorkommen oder schon ungeliebte Gewohnheit sein, am besten einen Pro zuhilfe holt. Nur wenige schaffen es allein, diesen Fehler vernünftig und zielgerichtet zu beheben. Manche stellen sich einfach schräg zum Zeil, um die Kurve auszugleichen. Aber einen Fehler mit einem anderen zu kontern, das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Also: Mit dem Pro auf die Range und üben, üben, üben.

Doch es gibt auch zwei Arten von Schlägen, bei denen der Ball eine Kurve beschreibt, die durchaus gewollt sind und – so sie beherrscht werden – das Spiel voranbringen können: Es geht um Fade und Draw.

Ball unter Kontrolle

Wie auch bei den ungeliebten Slices und Hooks, so werden bei Fade und Draw die Bälle von außen bzw. von innen angespielt. Doch dieses passiert kontrolliert und ohne dass die Schlagfläche des Schlägerkopfes geöffnet oder geschlossen wird.

Ein Fade startet direkt leicht nach links und dreht in sanfter Rechtskurve wieder zum Ziel, der Draw funktioniert genau andersherum. Wer diese Schläge beherrscht, kann auf diese Art manchmal Hindernis umspielen und so Schläge auf der Runde sparen.

Der Anfänger sollte sich jedoch zunächst auf die geraden Schläge konzentrieren. Fade und Draw können geübt werden, wenn sich der Schwung gesetzt hat und funktioniert, ohne dass darüber nachgedacht werden muss. Bei manchem Golfer mit seltenen Platzbesuchen also eher nie …

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