How to Golf 4: Mit dem Pitch aufs Grün

Der Abschlag ist gelungen, mit dem zweiten Schlag wurde der Ball in Grün-Nähe platziert. Und nun? Jetzt gilt es, die Kugel so nah wie möglich ans Loch zu legen. Ein Pitch ist nun die richtige Wahl.

Bislang ging es darum, mit dem richtigen Schwung den Ball möglichst weit und gerade zu schlagen. Driver, Fairway-Hölzer oder lange Eisen waren dabei hilfreich. Doch wie platziert man den Ball nun auf dem Grün?

Der richtige Schlag soll dafür sorgen, dass die weiße Kugel nicht weit, sondern hoch fliegt. Denn je steiler der Auftreffwinkel, desto mehr Kraft wird in den Boden abgeleitet und desto weniger rollt der Ball nach seiner Landung. Auch ein wenig Backspin kann dabei helfen.

Der Pitch bringt dafür genau die richtigen Voraussetzungen mit. Er sorgt für einen Parabelflug, der Ball startet steil, beschreibt einen Bogen und landet ebenso steil. So kann eine gute Annäherung gelingen, die Grundlage für einen Zwei-Putt, denn mehr Schläge sollten auf dem Grün selbst nicht benötigt werden.

Einer der wichtigsten Schläge

Auch Neugolfer und fortgeschrittene Anfänger merken schnell: Der Pitch ist einer der wichtigsten Schläge bei diesem Spiel. Denn was nützt ein sauberer Drive, wenn im Anschluss der Ball nicht gut platziert werden kann: Das Loch ist ruiniert, auf der Scorecard müssen mehr Schläge notiert werden als gewünscht und auch erhofft.

Klar, man kann jedes Loch mit jedem Schlag ruinieren. Doch missglückte lange Schläge lassen sich im Folgenden meist besser retten als eine missglückte Grünplatzierung.

Jeder, der den Ball in dieser Situation nicht in Lochnähe, sondern im Rough neben oder hinter dem Grün landen sehen musste, weiß, wie ärgerlich das ist und wie schnell dadurch deutlich mehr Schläge benötigt werden als eigentlich notwendig und geplant waren.

Nicht nur weite Schläge üben

Es gilt also für eine erfolgreiche Golfrunde, nicht nur die weiten Schläge auf der Range zu üben, sondern die Übungsanlagen auch fürs Pitchtraining zu nutzen. Dabei sollten Entfernungen um ca. 100 Meter ins Auge gefasst werden.

Genutzt werden für den Pitch die kurzen Eisen und besonders die Wedges. Denn Grundlage für einen Pitch mit Parabel-Ballflug ist ein großer Loft, also ein möglichst großer Winkel der Schlagfläche im Vergleich zur Vertikalen.

Der Schwung unterscheidet sich nicht von dem beim normalen Eisenspiel. Allerdings sollte der Schlag den Ball möglichst in der Abwärtsbewegung treffen. Dadurch wird auch ein Backspin erzeugt, der hilft, den Ball beim Auftreffen nur wenig rollen zu lassen.



Zu beobachten ist dadurch bei einem gut ausgeführten Pitch – nach dem Treffen des Balles – das Herausschlagen eines relativ großen Divots, also eines Rasen- bzw. Bodenstücks, denn die Schwungbahn führt nach dem Treffmoment noch ein wenig weiter nach unten. Das Divot sollte natürlich direkt danach wieder zurückgelegt und festgetreten werden sollte.

Viele Neugolfer scheuen Divots, weil sie meinen, dem Platz dadurch zu schaden. Auch die Angst vor einem kräftigen Rebounce in Handgelenk und Arm kommt oft zu Beginn auf, es könnte ungesund bzw. schmerzhaft sein, so der Gedanke. Doch bei einem gut ausgeführten Schlag wird nur die obere Grasnarbe „rasiert“. Zurückgelegt wächst sie schnell wieder fest, und Handgelenke und Arme halten das auch locker aus.

2/3-1/3-Regel beachten

Doch all das sorgt letztlich beim Pitch nicht dafür, dass der Ball am Auftreffpunkt direkt liegenbleibt. Deshalb sollte hier die 2/3-1/3-Regel berücksichtigt werden, die besagt, dass der Ball zwei Drittel der Entfernung in der Luft und ein Drittel auf dem Boden zurücklegt.

Es sollte also nicht der Punkt beim Ansprechen anvisiert werden, an dem der Ball liegen bleiben soll, sondern vielmehr der Punkt, an dem er landen soll. Hier ist auch wieder viel Übung gefragt, um den Ball wie gewünscht platzieren zu können.

Schwungtechnik und -kraft müssen hier Hand in Hand gehen, um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Und das ist die Besonderheit. Denn beim Abschlag wird normalerweise immer die gleiche Kraft eingesetzt und die Entfernung, die der Ball zurücklegen soll, mit der Schlägerwahl beeinflusst.

Eingeschränkte Schlägerwahl

Beim Pitch hingegen ist die Schlägerwahl eingeschränkt, hier muss daher auch der Schwung dosiert eingesetzt werden. Als gutes Mittel ist normalerweise ein halber Schwung ausreichend.

Ansonsten gilt es, gerade für High-Handicapper, noch folgende Punkte zu beachten: Der Stand sollte schulterbreit sein, der Ball mittig vor den Füßen liegen und das Körpergewicht gleichmäßig auf beiden Füßen ruhen.

Darüber hinaus sollten die Hände beim Ansprechen ebenfalls mittig positioniert sein und die Handgelenke in die höchsten Aufschwungposition nicht mehr als 90 Grad angewinkelt werden.

Fazit: Viel Spaß beim Üben und keine Angst vor dem Schlag in den Rasen.

P.S.: Der Pitch kommt – wie schon betont – nur bei größeren Entfernungen von ca. 100 Metern zum Loch bzw. Grün zum Einsatz. Liegt der Ball schon kurz vor dem Grün, dann sollte der Chip angewendet werden. Mehr dazu im nächsten Artikel dieser Reihe.

Vorheriger Artikel der Reihe: How to Golf 3: Schwungvoll im Detail

Nächster Artikel der Reihe: How to Golf 5: Der Chip zur Fahne