How to Golf 6: Der Putt – vom Glücksgefühl beim „Plopp“

Der Putt ist in verschiedener Hinsicht ein besonderer Schlag beim Golf. Vor allem ist er zumeist der letzte Schlag, der, mit dem ein Loch beendet wird. Er kann also der sein, dem beim „Plopp“, mit dem der Ball ins Loch fällt, ein unbeschreibliches Glücksgefühl folgt. Doch leider ist das nicht immer so.

Im Ansatz unterscheidet sich der Putt grundsätzlich von den vorherigen Schlägen. Ziel ist es nämlich, den Ball rollen zu lassen, er soll nicht fliegen. Deshalb ist der zugehörige Schläger, der Putter, auch gänzlich anders geformt als die anderen Schläger im Bag. Und deshalb hat dieser Putter auch das geringste Loft, als den kleinsten Winkel im Vergleich zur Senkrechten gesehen.

Völlig andere Bewegung

Und letztlich ist auch die Bewegung, mit der ein Putter geführt wird, anders als der komplexe Schwung, der beim Abschlag oder dem Einsatz der Eisen zur Ausführung kommt. Während bei letzteren geschätzte 130 Muskeln gleichzeitig eingesetzt werden müssen, um den richtigen und erfolgreichen Schwung auszuführen, hat der größte Teil des Körpers beim Putt Ruhe. Hier geht es einzig um eine kontrollierte Pendelbewegung der Schultern.

Doch von vorne: Der Ball liegt nach einem guten Schlag auf dem Grün und will jetzt „nur noch“ ins Loch befördert werden. Der Golfer greift zum Putter. Und nun? Auch an dieser Stelle gibt es wieder einiges zu beachten, damit das bislang gute Ergebnis auf der Bahn auch zum Abschluss gebracht werden kann.

Ziel ist der „Zwei-Putt“

Maximal ein „Zwei-Putt“ ist immer das Ziel. Will heißen: Mit einem Putt den Ball nah ans Loch legen um ihn mit dem zweiten zu versenken. Das klingt in der Theorie simple, erweist sich aber in der Realität oft als schwierig.

Um also erfolgreich zu sein, gilt es Folgendes zu beachten:

  • Der Stand: Man steht – wie auch sonst – im 90-Grad-Winkel zum Loch, die Füße werden bequem und nicht ganz schulterbreit positioniert, der Ball liegt mittig vor den Füßen.
  •  Man steht gerade, beugt aber den Oberkörper leicht vor. Das ist notwendig, weil einerseits der Putter einen recht kurzen Schaft hat und man dadurch andererseits leichter bestrebt sein kann, mit den Augen bei leicht gebeugtem Kopf direkt über dem Ball zu stehen.
  • Nun in dieser Haltung ist es möglich, mit einer einfachen Kopfdrehung den Weg des Balles zum Loch in einer geraden Linie nachzuvollziehen, ihn also genau zu sehen.
  • Die Arme sollten einigermaßen gerade nach unten hängen und die Hände den Schläger wie gewohnt umfassen.
  • Jetzt ist es wichtig, aus den Schultern heraus eine Pendelbewegung zu vollführen. Der Oberkörper bleibt dabei unbedingt ruhig, wie auch Hüfte oder Beine. Besonders die Handgelenke dürfen hier nicht bewegt werden.
  • Aus dieser Pendelbewegung heraus wird dann der Ball gespielt, eigentlich mehr angestoßen, je nach Entfernung des Lochs mit mehr oder weniger Amplitude.


 

All das klingt relativ einfach, ist es eigentlich auch. Und doch ist es immer wieder eine Herausforderung. Denn auch hier – wie im Schwung für den Abschlag – gibt es einige Punkte, die schnell dazu führen können, dass der Ball eben nicht zum Loch läuft, dass es zu schnell oder zu langsam läuft (Merke: „Ein zu langsamer Ball kann nie das Loch erreichen“) oder dass der Ball einen Bounce bekommt, weil die Bewegung eben doch nicht so einfach ausgeführt wurde wie beschrieben.

Man kann also auch beim Putt viel falsch machen. Und gerade deshalb gilt es auch nicht nur für Anfänger, den Putt immer wieder zu üben. Das gerät beim Warmspielen auf der Range – bevor die Runde beginnt – oft in Vergessenheit oder wird aus Zeitmangel gerne vernachlässigt.

Schlägerkopf im rechten Winkel führen

Das Üben ist nicht nur wichtig, um eine wirklich gerade Schwungbewegung beim Pendeln zu erreichen und hier keinen Bogen zu vollführen, sondern auch, um sicherzustellen, dass der Schlägerkopf des Putters auch wirklich im rechten Winkel zur Puttlinie geführt wird.

Dazu kommt noch ein Grund führ regelmäßiges Üben: In den Golfregeln steht, dass ein Golfer vor dem Putten das Grün nicht testen darf, beispielsweise durch Fühlen über die Grasnarbe oder das Rollenlassen eines Balles. Ist das Grün also schnell, benötigt man wenig Kraft, um den Ball weit zu bringen, oder ist es langsam und erfordert mehr Schwingungsamplitude? Das kann nur durch Erfahrung beantwortet werden.

Das Grün richtig lesen

Und noch eines kommt hinzu, was man immer wieder beobachten kann, wenn man Profis oder ambitionierten Hobbygolfern auf dem Grün zuschaut: Sie hocken sich vor dem ersten Putt hinter den Ball in Sichtlinie auf das Loch und studieren in aller Ruhe das Grün. „Lesen“ nennt man diese Tätigkeit, die ihren Grund hat.

Denn Golfplatzarchitekten haben sich hier oft nochmal eine letzte Gemeinheit der Bahn überlegt: Die wenigsten Grüns sind nämlich eine ebene Fläche. Es geht auf und ab, das Grün neigt sich zu einer Seite, manchmal auf der angepeilten Puttlänge zunächst zur einen, folgend auch noch zur anderen Seite. „Break“ ist der Ausdruck dafür, wenn das Grün „kippt“, der Ball also, gradlinig gespielt, trotzdem keine gerade Linie laufen wird.

Putting-Green nicht vernachlässigen

Und ebendiese Breaks ins Spiel einzubinden, bei der Schlagrichtung einzukalkulieren, damit der Ball wirklich im oder am Loch ankommt, das ist ohne Übung nicht zu machen. Also beim nächsten Rangebesuch auch das Putting-Green als Übungsfläche nicht vergessen.

Denn durch eine vermurkste Putt-Reihe kann man für die eigene Scorecard das bis dahin bestgespielte Loch total ruinieren. Und nichts ist ärgerlicher. Umso schöner ist es doch, nach maximal zwei guten Putts dieses herrliche „Plopp“ zu hören, das den Erfolg akustisch so schön untermalt.

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