Jack William Nicklaus

(Foto: pocketwiley Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)
Tiger Woods ist weltberühmt, auch sehr viele Nicht-Golfer kennen seinen Namen. Anders sieht das bei Jack Nicklaus aus. Aber auch ohne dass dessen Name jedermann etwas sagt, muss auch Nicklaus der Status einer echten Golfer-Legende zuerkannt werden.

Nicklaus wurde am 21. Januar 1940 in der US-amerikanischen Stadt Columbus, Ohio, geboren. Seinem Alter von mittlerweile 82 Jahren entsprechend, liegt seine große Zeit als Golfprofi bereits Dekaden zurück. Doch Spuren hinterlässt der „Golden Bear“, wie sein Spitzname lautet, noch heute.

Nicklaus bekam das Sport-Gen von seinem Vater Charlie in die Wiege gelegt. Charlie selbst war zwar hauptberuflich Apotheker, war aber ein Allrounder, was Ballspiele angeht. Er war auf dem Fußballplatz ebenso zuhause, wie auf dem Tenniscourt oder dem Volleyballfeld. Schließlich war Charlie Nicklaus auch begeisterter Golfer.

Vom Vater zum Sohn

Die Leidenschaft für das Spiel mit den vielen Schlägern und dem kleinen Ball hat er an seinen Sohn Jack weitergegeben. Doch dieser interessierte sich auf der Highschool zunächst mehr für Basketball, obwohl er seit seinem zehnten Lebensjahr auch bereits Golf spielte. Angeblich hat er seine allerersten neun gespielten Löcher mit einem beachtlichen Score von 51 Schlägen absolviert.

Er spielte damals im Scioto Country Club in Upper Arlington, Ohio, wo er auch seinen künftigen Trainer, den Club-Profi Jack Grout, kennenlernte. Grout hatte selbst relativ erfolgreich auf der PGA-Tour gespielt und sollte für Nicklaus ein lebenslanger Begleiter als Coach werden.

Mit 12 Jahren konnte Nicklaus den ersten von fünf aufeinanderfolgenden Ohio State Junior-Titeln erzielen. Mit 13 brach er im Scioto Country Club zum ersten Mal die 70, spielte also eine Runde mit nur 70 Schlägen, und wurde der jüngste Qualifikant des Jahres für die U.S. Junior Amateur.

Mit 13 Jahren ein Handicap von +3

Bereits mit 13 Jahren hatte sich Nicklaus ein Handicap von +3 erspielt, damals das niedrigste in der Gegend von Columbus. Im Alter von 15 spielte Nicklaus im Scioto Country Club eine 66er Runde und stellte damit einen neuen Amateur-Platzrekord auf.

Er gewann 1956 im Alter von 16 Jahren die Ohio Open, besonders seine phänomenale dritte Runde mit 64 Schlägen sorgte für großes Aufsehen, zumal er gegen Profis antrat. Insgesamt gewann Nicklaus im Alter von 10 bis 17 Jahren 27 Turniere in der Region Ohio.




Bei den US Open 1960 blieb der 20-jährige Nicklaus mit 282 Zählern zwei Schläge unter Par 282 und wurde Zweiter mit nur zwei Schlägen mehr als der Sieger Arnold Palmer. Diese Punktzahl blieb die niedrigste jemals von einem Amateur bei den US Open erspielte, bis Viktor Hovland 2019 den Rekord brach.

Spät im Jahr 1961, also mit 21, entschied sich Jack Nicklaus, Profi-Golfer zu werden. Zu diesem Zeitpunkt war er vom renommierten „Golf Digest“-Magazin bereits zum dritten Mal in Folge zum weltbesten Amateur des Jahres gekürt worden.

Seine Karriere startete er im Jahr 1962 mit der erstmaligen Teilnahme an der PGA-Tour. Gewinnen konnte Nicklaus sein erstes PGA-Turnier bei den US Open im selben Jahr in Oakmont, wo er das 18-Loch-Playoff gegen den schlaggleich liegenden Arnold Palmer für sich entscheiden konnte.

17.500 Dollar für ersten PGA-Sieg

Der Scheck für den Sieger war damals auf 17.500 US-Dollar ausgestellt. 2019, also knapp 60 Jahre später, erhielt der US Open-Sieger Gary Woodlands etwas mehr: Dessen Sieg war unglaubliche 2,25 Millionen Dollar wert.

Nicklaus hat in der Zeit seiner Karriere eine unvergleichliche Anzahl an Siegen erspielen können: er holte drei Players Championships, drei Open Championships (1966, 1970, 1978), vier US Opens (1962, 1967, 1972 und 1980), sechs Australian Opens (1964, 1968, 1971, 1975, 1976 und 1978), fünf PGA Championships (1963, 1971, 1973, 1975 und 1980) und sechs US Masters (1963, 1965–1966, 1972, 1975 und 1986).

Mit 46 Jahren war er 1986 der älteste Spieler, der je die Masters gewinnen konnte. Dieser Rekord hält bis heute. 1974 war Nicklaus unter den ersten Golfern, die in die neu geschaffene „World Golf Hall of Fame“ aufgenommen wurden. „Sports Illustrated“ verlieh ihm 1978 den Preis für den Sportler des Jahres. 1980 bekam er von „BBC Sports“ den Preis für die ausländische Sportpersönlichkeit des Jahres verliehen.

Ungewöhnliche Kombination

Jack Nicklaus vereinte in seinen besten Jahren die im Golfsport sehr ungewöhnliche Kombination, sowohl einer der größten Putter aller Zeiten als auch der Golfer mit dem weitesten Schlag zu sein. Er bevorzugte den Power Fade, der sein charakteristischer Ballflug war.

Nach vielen Höhen und Tiefen, sportlicher wie auch privater Natur, beendete Nicklaus seine professionelle Golf-Karriere im Jahr 2005 bei der Open Championship, die am 15. Juli auf dem traditionsreichen Golfplatz von St. Andrews gespielt wurde.

Doch dem Golfsport den Rücken gekehrt hat Jack Nicklaus seither natürlich nicht. Sein großes Interesse gilt seither, neben dem Schreiben von Lehrbüchern über das Golfspiel, dem Design von Golfplätzen. Mit der von ihm gegründeten Firma „Nicklaus Design“ hat er bereits mehr als 425 Golfplätze in aller Welt entwickelt.

So hat er dem Golfsport nicht nur auf den Plätzen, sondern auch mit vielen Plätzen weltweit seinen Stempel aufgedrückt.

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